Methoden für eine intersektionale Gewaltprävention

Die hier ausgewählten Methoden thematisieren meist nicht direkt Gewalt, jedoch zielen sie auf eine kritische Beschäftigung mit sozialen Dominanzverhältnissen ab. Die Konzentration liegt diejenigen Verhältnisse, die auf die Kategorien Gender, soziale Klasse und Ethnizität zurückgehen und sich entsprechend in Alltagserfahrungen von Jugendlichen widerspiegeln.

Die Methoden zielen auf eine Sensibilisierung und kritische Reflexion für soziale Dominanzverhältnisse ab. Dabei geht es in Diskussionen darum, die strukturellen Vorgaben analytisch zu begreifen und die individuelle Verantwortung zur Veränderung der eigenen Handlungsweisen in Verbindung zu bringen.

Sie finden detaillierte Beschreibungen der Methoden. Dies soll jedoch nicht heißen, dass bloß noch der Vorlage gefolgt werden müsse. Umgekehrt! Wir wollen damit Anknüpfungspunkte liefern und auf jeden Fall dazu auffordern, die einzelne Methode immer der jeweiligen Zielgruppe anzupassen. Anpassen kann heißen, der Gruppe angemessen Fragen zu stellen, Rollen für Rollenspiele anders zu entwerfen oder unterschiedliche Levels von Abstraktionen in verschiedenen Schrittfolgen einzuführen. Es kann auch heißen, die gesellschaftliche Kategorien, die wir in erster Linie bearbeitet haben zu verlassen und andere soziale Verhältnisse, die bei den Jungendlichen oben auf liegen eher zum Thema zu machen.

In Intersektionale Gewaltprävention ist in erster Linie auf Geschlechterverhältnisse, soziale Klassen und Rassismus fokussieren worden, jedoch können und müssen andere gesellschaftliche Kategorien ebenso thematisiert werden (Sexualitäten, Religionen, Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen...).

Es kann sinnvoll sein, sich zunächst auf ein Dominanzverhältnis zu konzentrieren und erst von diesem ausgehend, sich einem weiteren zu nähern. Die Relevanz für die Jugendlichen sollte vorrangig sein. An den Beispielen der Jugendlichen können die "intersectiones", die Überschneidungen von mehreren Dominanzverhältnissen bearbeitet werden.

Wir haben eine Klassifikation der Methoden vorgenommen, die ihrer jeweiligen Komplexität der Struktur folgt.

Kennen lern und Warm up Methoden können zu Beginn eines Seminars/Projekts oder zwischendurch durchgeführt werden, wenn die Konzentration mal nachlässt. Neben dem sich Kennen lernen haben die hier aufgezählten Methoden jedoch immer einen starken Aspekt enthalten, der auf gesellschaftliche Heterogenität, auf Mehrfachzugehörigkeiten, auf Mehrheits-Minderheitsverhältnisse hinweist.

Die nächst Gruppe der Methoden ist von der Struktur her komplexer angelegt und sind deutlich strukturierter und gehen in der Diskussion deutlich tiefer auf ihren formulierten Gegenstand ein. Diese Methoden sind eingebettet und benötigen einen Vorlauf und auch eine eigenständige Auswertung ist nötig, die nicht unmittelbar zur Methode gehört. Gerade die Einbettungen sind bei diesen Methoden von besonderer Bedeutung. Zu ihnen zählen:

Und als drittes haben wir eine Gruppe von Methoden, die im Grunde wie kleine Projekte funktionieren. Sie enthalten Einleitung und Reflektionen. Dazu zählen:

Zuletzt aktualisiert am 11.07.2018